Die Legende vom Strohstern

Die Legende vom Strohstern

(Verfasser unbekannt)

Die Hirten auf den Feldern Bethlehems hörten von der Geburt des Kindes. Da machten sie sich auf den Weg, um es zu sehen.

Auf dem nach Hause überlegten sie, was sie dem Kind bei ihrem nächsten Besuch alles schenken wollten: Frische Milch, Mehl, Fett und ein wärmendes Fell.

Aber Daniel, der kleinste Hirtenjunge, hatte nichts zum Verschenken. Das machte ihn sehr traurig. Als er in der Nacht auf seinem Strohbündel lag, konnte er lange Zeit nicht einschlafen. - Immer wieder musste er an das kleine Kind in der Krippe im Stall denken.

Von draußen leuchtete hell der Weihnachtsstern auf sein Strohlager und tauchte die einzelnen Strohhalme in warmes Licht. Da fiel Daniel plötzlich ein, was er dem Kind schenken konnte: Einen schönen Stern aus Strohhalmen!

Ganz leise, so dass er die anderen nicht weckte, stand er auf. Er nahm ein Messer und schnitt damit er ein paar Strohhalme zurecht. Dann legte er sie zu einem Stern zusammen. Zuletzt nahm er einen Bindfaden und band die Halme zusammen.

Als die Hirten am nächsten Tag gemeinsam aufbrachen, trug Daniel seinen Strohstern ganz behutsam in seinen Händen. Beim Kind im Stall angekommen, wartete Daniel, bis alle anderen ihre Geschenke in die Krippe gelegt hatten. Dann trat er zu dem Kind und hielt ihm mit zitternden Händen seinen selbst gebastelten, kleinen Strohstern hin. Das Kind aber hielt den Stern fest und lächelte Daniel an. Und da wurde Daniel sehr froh.